SAP Commerce On-Premise erreicht das Ende des Supports. Frage Nr. 2: Welche Optionen haben Sie nach dem 31. Juli 2026?

2. Juli 2026

Von: Maja Bosák Vasiľová

Lesezeit: 2:45 min

SK

Wenn Sie bereits festgestellt haben, dass das Ende des Supports für SAP Commerce On-Premise Ihr Unternehmen betrifft, stellt sich die nächste logische Frage: Wie geht es weiter?

Nach dem 31. Juli 2026 ist Nichtstun kaum eine sinnvolle Strategie. Ihr System wird zwar weiterhin funktionieren, doch mit jedem Monat, in dem Sie eine nicht mehr unterstützte Plattform betreiben, steigen die technischen, sicherheitsrelevanten und betrieblichen Risiken.

Grundsätzlich haben Unternehmen drei Möglichkeiten.

1. Migration zu SAP Commerce Cloud

Für viele Unternehmen ist die Migration zu SAP Commerce Cloud der naheliegendste Schritt. Diese Option eignet sich besonders für Organisationen, die bereits stark im SAP-Ökosystem verankert sind und ihre bestehende Plattform mit möglichst wenig Umbruch weiterentwickeln möchten.

Der größte Vorteil besteht darin, dass Sie auf einer Technologie aufbauen, die Ihr Team bereits kennt. Sie müssen Ihr E-Commerce-Modell nicht komplett neu denken und erhalten gleichzeitig Zugang zu einer vollständig unterstützten Cloud-Plattform mit regelmäßigen Updates und der zukünftigen Innovations-Roadmap von SAP.

Eine Migration ist jedoch weit mehr als ein einfaches Upgrade. Vor dem Projekt sollten unter anderem folgende Punkte bewertet werden:

  • Umfang der individuellen Anpassungen,
  • Integration mit SAP ERP oder SAP S/4HANA,
  • Anbindungen an Payment Provider, PIM-, CRM- und Marketing-Systeme,
  • Qualität der bestehenden Codebasis,
  • Performance und Skalierbarkeit der aktuellen Lösung.

Die Migration zu SAP Commerce Cloud ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie den Infrastrukturaufwand reduzieren, im SAP-Ökosystem bleiben und Ihre Plattform zukunftssicher weiterentwickeln möchten, ohne Ihre Technologiestrategie grundlegend zu verändern.

2. Replatforming auf eine andere E-Commerce-Plattform

Für manche Unternehmen ist das Ende des SAP-Commerce-Supports eine Chance, die gesamte E-Commerce-Architektur neu zu bewerten.

Wenn Sie bereits mit technischem Schuldenaufbau, langsamen Entwicklungszyklen oder zunehmend komplexen Integrationen zu kämpfen haben, ist SAP Commerce Cloud möglicherweise nicht die einzige – oder die beste – Option.

Eine Alternative ist das Replatforming – also der Wechsel auf eine moderne E-Commerce-Plattform, die Ihre heutigen Anforderungen und zukünftigen Geschäftsziele besser unterstützt.

Im Enterprise-Umfeld kommen beispielsweise Plattformen wie commercetools, Adobe Commerce, Shopify Plus oder BigCommerce Enterprise infrage. Unternehmen, die mehr Kontrolle über ihre Plattform oder einen Open-Source-Ansatz bevorzugen, ziehen häufig auch Shopware, OroCommerce oder Medusa.js in Betracht – insbesondere bei komplexen B2B-Commerce-Szenarien.

Dieser Ansatz eignet sich besonders für Unternehmen, die:

  • neue Funktionen schneller bereitstellen möchten,
  • Integrationen mit externen Systemen und Services vereinfachen wollen,
  • die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter reduzieren möchten,
  • mehr Kontrolle über ihre Architektur gewinnen wollen,
  • eine Plattform aufbauen möchten, die langfristiges Wachstum und internationale Expansion unterstützt.

Ein Replatforming ist in der Regel deutlich anspruchsvoller als eine Migration zu SAP Commerce Cloud, da es nicht nur um den Austausch einer Technologie geht. Es bietet die Möglichkeit, die digitale Commerce-Architektur grundlegend neu auszurichten und damit die Basis für die nächsten fünf bis zehn Jahre zu schaffen.

Die Entscheidung sollte daher nicht davon abhängen, welche Plattform aktuell am beliebtesten ist. Ausschlaggebend sind vielmehr Ihr Geschäftsmodell, Ihre Integrationsanforderungen, der gewünschte Grad an Flexibilität sowie Ihr langfristiges Betriebsmodell.

3. Vorübergehend bei On-Premise bleiben

Die dritte Möglichkeit besteht darin, SAP Commerce auch nach dem Ende des Supports weiterhin On-Premise zu betreiben.

Technisch ist das möglich – sollte jedoch ausschließlich als Übergangslösung mit einer klar definierten Exit-Strategie betrachtet werden.

Dieser Weg kann sinnvoll sein, wenn eine Migration bis zum Stichtag realistisch nicht mehr umsetzbar ist, Ihre Implementierung besonders komplex ist oder Sie mehr Zeit für eine strategische Entscheidung benötigen.

In diesem Fall sollten Sie zumindest einen kurzfristigen Risikomanagementplan aufsetzen, der unter anderem Folgendes umfasst:

  • kontinuierliches Monitoring von Sicherheitslücken,
  • zusätzliche Absicherung der Infrastruktur,
  • Überprüfung kritischer Integrationen,
  • Vorbereitung eines Incident-Response-Plans,
  • einen klar definierten Zeitplan für das Ende des On-Premise-Betriebs.

Der Betrieb einer nicht mehr unterstützten Version sollte jedoch niemals zur langfristigen Strategie werden. Er verschafft Ihnen lediglich Zeit – löst das eigentliche Problem aber nicht.

Analyse und Implementierung

des SAP Spartacus Storefronts

Wie wählen Sie den richtigen Weg?

Welche Option die richtige ist, hängt vom aktuellen Zustand Ihrer Plattform und Ihren langfristigen Geschäftszielen ab.

Vor einer Entscheidung sollten Sie insbesondere folgende Punkte bewerten:

  • Umfang der individuellen Anpassungen in SAP Commerce,
  • Abhängigkeit vom SAP-Ökosystem,
  • Zustand der bestehenden Integrationen,
  • vorhandene technische Schulden,
  • erwartetes Wachstum Ihres E-Commerce-Geschäfts,
  • Anforderungen an Performance, Flexibilität und Time-to-Market,
  • interne Ressourcen für Betrieb und Weiterentwicklung.

Ist Ihre aktuelle Lösung stabil und möchten Sie weiterhin im SAP-Umfeld bleiben, ist die Migration zu SAP Commerce Cloud häufig der naheliegendste Weg.

Stoßen Sie hingegen bereits heute an architektonische Grenzen, leiden unter langsamen Entwicklungszyklen oder komplexen Integrationen, kann 2026 der richtige Zeitpunkt für ein umfassenderes Replatforming sein.

Wo sollten Sie beginnen?

Beginnen Sie nicht mit der Auswahl einer Plattform.

Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme.

Eine fundierte technische Analyse zeigt Ihnen, ob Ihre größte Herausforderung tatsächlich nur das Ende des Supports ist – oder ob gleichzeitig grundlegende Architekturthemen adressiert werden sollten.

Erst auf dieser Basis lässt sich fundiert entscheiden, ob SAP Commerce Cloud oder eine alternative Plattform langfristig die bessere Lösung für Ihr Unternehmen ist.

Starten Sie mit einem SAP Commerce Assessment

Verschaffen Sie sich einen klaren Überblick über Ihre aktuelle Plattform, technische Risiken, bestehende Integrationen und den passenden Migrationspfad für Ihr Unternehmen.

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Im nächsten Artikel zeigen wir Ihnen, welche Kosten bei einer SAP-Commerce-Migration typischerweise entstehen und welche Faktoren den Projektaufwand und das Budget maßgeblich beeinflussen.

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Maja Bosák Vasiľová
Head of Marketing @Cassovia Code

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