SAP Datasphere: Müssen wirklich alle Daten an einem Ort gespeichert werden?

22. August 2026

Von: Marketing

Lesezeit: 3:21 min

SAP datasphere

Im vorherigen Artikel haben wir uns damit beschäftigt, welche Daten bei einer Migration auf SAP S/4HANA sinnvollerweise übernommen werden sollten und warum ihre Qualität wichtiger ist als der reine Datentransfer. Daraus ergibt sich jedoch eine weitere Frage: Müssen wirklich alle Daten, die ein Unternehmen für Reporting und Entscheidungen benötigt, physisch an einem Ort gespeichert sein?

In vielen Unternehmen ist das nicht der Fall. Finanzdaten liegen möglicherweise in SAP S/4HANA, Kundendaten im CRM, Bestellungen auf einer E-Commerce-Plattform und weitere Informationen in einem Data Warehouse oder in der Cloud. Probleme entstehen nicht allein dadurch, dass die Daten an unterschiedlichen Orten liegen. Sie entstehen dann, wenn ein Unternehmen sie nicht zuverlässig miteinander verknüpfen und in einem gemeinsamen Kontext nutzen kann. Und genau hier wird SAP Datasphere interessant.

Was macht SAP Datasphere eigentlich?

SAP Datasphere fungiert als gemeinsame Schicht zwischen unterschiedlichen Datenquellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Daten physisch an einen einzigen Ort verschoben werden müssen. Vielmehr schafft SAP Datasphere eine Verbindung, über die ein Unternehmen Daten aus verschiedenen Systemen als zusammenhängendes Ganzes nutzen kann.

Nehmen wir zum Beispiel eine Finanzabteilung. Sie möchte aktuelle Daten aus SAP S/4HANA mit Marktinformationen aus einem anderen System und den Ergebnissen analytischer Modelle vergleichen, die vom Data-Team verwendet werden. Ein klassischer Ansatz würde bedeuten, zunächst alles in ein zentrales Repository zu kopieren, die Daten aufzubereiten und erst danach Reports zu erstellen.

SAP Datasphere ermöglicht es, Daten aus SAP- und Non-SAP-Systemen zu verbinden, zu integrieren und zu modellieren, sodass sie in einem gemeinsamen geschäftlichen Kontext genutzt werden können. Das Ziel besteht nicht darin, um jeden Preis alles in ein einziges Repository zu verschieben, sondern den passenden Zugriffsweg danach zu wählen, wofür die Daten gebraucht werden.

sap datasphere

Datasphere im Kontext der SAP Business Data Cloud

Die Idee, Daten miteinander zu verbinden, ist nicht völlig neu. Neu ist vor allem, dass SAP diesem Thema im Rahmen seiner umfassenderen Strategie für Daten und künstliche Intelligenz deutlich mehr Gewicht gibt.

SAP Datasphere ist heute kein isoliertes Produkt innerhalb des SAP-Datenportfolios. SAP positioniert es als Teil der umfassenderen SAP Business Data Cloud.

Unternehmen nutzen heute eine Vielzahl unterschiedlicher Datenwerkzeuge – etwa eigene Datenplattformen, Cloud-Lösungen oder Analysewerkzeuge außerhalb des SAP-Ökosystems. SAP verfolgt daher das Ziel, diese Welten stärker miteinander zu verbinden und Unternehmen eine konsistentere Nutzung ihrer Daten zu ermöglichen.

Datasphere wird dabei zu einem wichtigen Bestandteil der übergeordneten Datenstrategie von SAP. Ziel ist es, Unternehmen einen besseren Überblick über ihre Daten zu geben, ihre Steuerung zu erleichtern und sie beispielsweise auch für künstliche Intelligenz nutzbar zu machen.

Warum sollte das auch den Fachbereich interessieren?

Heute wird viel über AI, Automatisierung und intelligente Funktionen in Unternehmenssystemen gesprochen. All diese Technologien haben jedoch eine gemeinsame Grundlage: Sie brauchen hochwertige Daten. Wenn ein Unternehmen nicht über korrekte, aktuelle und verknüpfte Daten verfügt, helfen auch die modernsten AI-Tools nur begrenzt weiter. Ergebnisse können ungenau, Empfehlungen unzuverlässig und Entscheidungen weiterhin von manuellen Kontrollen abhängig sein.

Deshalb spielt auch im Zusammenhang mit Datasphere die Datenqualität eine immer wichtigere Rolle. Ziel ist es, Probleme wie fehlende Informationen, Dubletten oder Inkonsistenzen möglichst früh zu erkennen, bevor sie Reports oder Geschäftsentscheidungen beeinflussen.

Anders gesagt: Es geht nicht nur darum, Daten miteinander zu verbinden, sondern auch darum, sicherzustellen, dass man ihnen vertrauen kann.

Ein Klick löst Datenprobleme nicht

Wie bei jeder größeren Datenveränderung gibt es auch hier Herausforderungen.

Vor allem größere Unternehmen arbeiten häufig in sehr komplexen Umgebungen mit zahlreichen Systemen, historischen Daten und Prozessen, die sich über Jahre entwickelt haben. Der Übergang zu einer neuen Datenarchitektur lässt sich deshalb nicht innerhalb weniger Wochen erledigen.

Noch komplexer kann es für Unternehmen werden, die sich gleichzeitig mitten in größeren SAP-Projekten befinden, etwa bei einer Migration auf S/4HANA. In diesem Fall kann es schwierig sein, die Umstellung des ERP-Systems und gleichzeitig eine umfassende Datentransformation zu bewältigen.

Ein schrittweises Vorgehen ist daher häufig sinnvoller. Ein Unternehmen kann Datasphere zunächst als zusätzliche Schicht für einen besseren Umgang mit Daten einführen, Ordnung in den wichtigsten Bereichen schaffen und weitere Erweiterungen anschließend Schritt für Schritt umsetzen.

Wann ist SAP Datasphere für ein Unternehmen sinnvoll?

Nicht jedes Unternehmen benötigt Datasphere nur deshalb, weil es SAP einsetzt. Sinnvoll wird es vor allem dann, wenn sich Probleme wie diese regelmäßig wiederholen:

  • Daten sind auf SAP und weitere Plattformen verteilt,
  • dieselben Informationen werden immer wieder zwischen Systemen kopiert,
  • das Reporting benötigt Daten aus mehreren Quellen,
  • unterschiedliche Abteilungen arbeiten mit unterschiedlichen Versionen derselben Daten,
  • die bestehende Datenlandschaft wird zunehmend zu komplex für eine effiziente Verwaltung,
  • das Unternehmen möchte Daten für weiterführende Analytics- oder AI-Anwendungsfälle vorbereiten.

Wichtig ist jedoch, nicht mit der Frage zu beginnen, was SAP Datasphere alles leisten kann. Sinnvoller ist es, sich zunächst auf ein konkretes Problem zu konzentrieren. Einige einfache Fragen können dabei helfen:

  • Welche Entscheidung dauert heute zu lange, weil die Daten über mehrere Systeme verteilt sind?
  • Wo entstehen manuelle Exporte?
  • Bei welchem Report müssen Mitarbeitende jeden Monat prüfen, ob die Zahlen übereinstimmen?
  • Und wo hält das Unternehmen dieselben Daten in mehreren Systemen vor, nur weil es historisch keine andere Möglichkeit gab?

Genau auf diese Weise lässt sich am besten beurteilen, ob Datasphere künftig tatsächlich einen Mehrwert schaffen kann.

Was können Sie bereits heute tun?

Wenn Ihre Daten auf SAP und weitere Systeme verteilt sind, muss der erste Schritt nicht gleich die Einführung einer neuen Plattform sein. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme.

Wo entstehen kritische Daten? Wohin werden sie kopiert? Wer nutzt sie? Wo entstehen unterschiedliche Versionen derselben Informationen? Und welche Reports oder Prozesse erfordern heute den größten manuellen Aufwand bei der Datenverknüpfung?

Eine solche Analyse zeigt oft deutlich mehr als eine reine Liste von Produktfunktionen.

Wenn Sie sich im Rahmen einer geplanten SAP-S/4HANA-Transformation mit Ihrer zukünftigen Datenarchitektur beschäftigen, sprechen Sie mit unseren SAP-Experten.

Wir unterstützen Sie dabei, Ihre bestehende Datenlandschaft zu erfassen, Problemstellen zu identifizieren und zu bewerten, wo SAP Datasphere echten Mehrwert schaffen kann.

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Redaktion des Cassovia Codes

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