Nachdem wir erläutert haben, was das Ende des Supports für SAP Commerce On-Premise bedeutet und welche Optionen Unternehmen nach dem 31. Juli 2026 haben, stellt sich die nächste logische Frage: Was wird mich die Migration kosten?
Sie gehört zu den ersten Fragen, die das Management bei der Budgetplanung stellt. Gleichzeitig ist sie eine der schwierigsten zu beantworten, denn es gibt keinen pauschalen Preis.
Noch wichtiger ist jedoch eine andere Frage: Was umfasst eine Migration eigentlich?
Denn die Kosten einer Migration beschränken sich nicht darauf, eine Anwendung in die Cloud zu verschieben. In den meisten Fällen ist sie eine Gelegenheit, die gesamte E-Commerce-Plattform zu modernisieren.
Warum unterscheiden sich die Kosten einer SAP-Commerce-Migration so stark?
Ähnlich wie beim Hausbau hängen die Gesamtkosten vom Umfang des Projekts ab.
Ein B2B-Portal mit wenigen Integrationen ist ein völlig anderes Projekt als eine internationale E-Commerce-Plattform mit Dutzenden angebundener Geschäftssysteme.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Art der Migration, die Ihr Unternehmen tatsächlich benötigt.
Manche Unternehmen möchten lediglich auf eine unterstützte Cloud-Version wechseln. Andere nutzen die Migration, um technische Schulden abzubauen, ihre Architektur zu modernisieren oder Geschäftsprozesse zu vereinfachen.
Deshalb gleicht keine SAP-Commerce-Migration der anderen.
Eine Migration ist mehr als nur der Umzug einer Anwendung
Wenn von einer Migration von SAP Commerce On-Premise die Rede ist, denken viele zunächst daran, eine Anwendung in eine andere Umgebung zu verschieben.
In der Praxis umfasst eine Migration jedoch häufig auch:
- die Modernisierung der Systemarchitektur,
- den Abbau technischer Schulden,
- die Überprüfung bestehender Individualentwicklungen,
- die Anpassung oder Erneuerung von Integrationen,
- die Modernisierung des Storefronts,
- die Migration der Geschäftsdaten,
- Tests sowie die Stabilisierung nach dem Go-live.
Einer der größten Fehler besteht darin, sämtliche bestehende Funktionen unverändert zu übernehmen.
Viele Funktionen, die vor einigen Jahren individuell entwickelt werden mussten, gehören heute zum Standard moderner Commerce-Plattformen. Eine Migration ist daher der ideale Zeitpunkt, sich folgende Frage zu stellen:
Schafft alles, was wir in den vergangenen Jahren entwickelt haben, heute noch einen echten Mehrwert für unser Unternehmen?
Das Entfernen nicht mehr genutzter Funktionen oder die Vereinfachung von Prozessen kann nicht nur die Migrationskosten deutlich senken, sondern auch die zukünftigen Wartungskosten reduzieren.
Welche Faktoren beeinflussen die Migrationskosten am stärksten?
1. Individualentwicklungen
Der größte Kostentreiber ist in der Regel nicht SAP Commerce selbst, sondern der Umfang der individuellen Entwicklungen, die im Laufe der Jahre entstanden sind.
Enthält Ihre Plattform beispielsweise eigene Workflows, Preislogiken, Freigabeprozesse oder komplexe B2B-Funktionen, wird die Migration entsprechend aufwendiger.
Das bedeutet jedoch nicht, dass alles migriert werden muss. Eine technische Analyse zeigt häufig, welche Funktionen heute bereits standardmäßig verfügbar sind oder vom Business gar nicht mehr genutzt werden.
2. Integrationen
Moderne E-Commerce-Plattformen arbeiten selten isoliert.
Typische Integrationen umfassen:
- SAP ERP oder SAP S/4HANA,
- PIM,
- CRM,
- Payment Provider,
- Lager- und Logistiksysteme,
- Marketing-Automation-Plattformen.
Jede dieser Integrationen muss analysiert, getestet und häufig an die neue Umgebung angepasst werden.
Gerade Integrationen gehören bei Enterprise-Projekten oft zu den größten Kostenfaktoren.
3. Storefront und User Experience
Einige Unternehmen möchten ihren bestehenden Storefront beibehalten.
Andere nutzen die Migration als Gelegenheit für ein Redesign oder den Wechsel zu einer moderneren Frontend-Architektur.
Auch diese Entscheidung hat erheblichen Einfluss auf Projektumfang und Budget.
4. Datenmigration
Bei einer Migration geht es nicht nur um die Anwendung selbst.
Produkte, Kunden, Bestellungen, Preislisten und historische Daten müssen sicher übertragen werden, damit die neue Plattform ohne Unterbrechung des Geschäftsbetriebs live gehen kann.
Mit welchen Kosten ist zu rechnen?
Jedes Projekt ist individuell. Dennoch lassen sich auf Basis von Enterprise-E-Commerce-Projekten grobe Budgetbereiche definieren.
- Eine Migration zu SAP Commerce Cloud, bei der der Großteil der bestehenden Funktionalität erhalten bleibt, bewegt sich in der Regel zwischen 000 € und 180.000 €.
- Eine Migration inklusive Modernisierung, Anpassung der Integrationen oder Einführung eines neuen Storefronts liegt häufig zwischen 000 € und 500.000 €.
- Ein vollständiges Replatforming auf eine andere Commerce-Plattform beginnt je nach Umfang und Komplexität meist bei 000 € und mehr.
Diese Zahlen dienen lediglich als Orientierung für Enterprise-Projekte. Das tatsächliche Budget hängt immer von Ihrer bestehenden Systemlandschaft, der Architektur und den geschäftlichen Anforderungen ab.
Und was kostet es, On-Premise zu bleiben?
Bei der Entscheidungsfindung konzentrieren sich viele Unternehmen ausschließlich auf die Kosten der Migration.
Wesentlich seltener werden die Kosten betrachtet, die durch eine ausbleibende Migration entstehen.
Diese machen sich schrittweise bemerkbar – unter anderem durch:
- steigende Wartungskosten für Legacy-Systeme,
- höhere Investitionen in Individualentwicklungen,
- zunehmend komplexe Integrationen,
- steigende Sicherheitsrisiken,
- langsamere Einführung neuer Funktionen.
Diese Kosten erscheinen selten auf einer einzigen Rechnung. Stattdessen steigen sie schrittweise und erhöhen kontinuierlich die Gesamtkosten für den Betrieb der Plattform.
Deshalb sollte nicht „Migration versus keine Kosten“ verglichen werden, sondern die Investition in die Migration mit den langfristigen Kosten einer nicht mehr unterstützten Plattform.
Wo sollten Sie beginnen?
Wenn Sie eine realistische Budgetplanung erstellen möchten, beginnen Sie nicht mit der Auswahl einer Plattform oder eines Implementierungspartners.
Beginnen Sie mit einer technischen Analyse.
Eine fundierte Bewertung sollte unter anderem folgende Fragen beantworten:
- Wie umfangreich sind die bestehenden Individualentwicklungen?
- Welche Integrationen müssen angepasst werden?
- Wie hoch ist die technische Verschuldung?
- Welche individuellen Funktionen schaffen heute noch echten Mehrwert?
- Welche Komponenten können übernommen werden?
- Welche Bereiche sollten wirtschaftlicher ersetzt werden?
Erst auf dieser Grundlage lassen sich ein realistischer Projektplan und ein belastbares Budget erstellen.
Wie wir Sie unterstützen können
Bei Cassovia Code unterstützen wir Unternehmen bereits lange bevor die endgültige Entscheidung für eine Migration getroffen wird.
Im Rahmen einer technischen Analyse bewerten wir Ihre bestehende SAP-Commerce-Landschaft, identifizieren technische und geschäftliche Risiken, prüfen Integrationen und Individualentwicklungen und erstellen konkrete Empfehlungen inklusive einer ersten Budgeteinschätzung.
So erhalten Sie eine belastbare Entscheidungsgrundlage – basierend auf Fakten statt Vermutungen.



