SAP Commerce On-Premise erreicht das Ende des Supports. Frage Nr. 1: Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

1. Juli 2026

Von: Maja Bosák Vasiľová

Lesezeit: 2:43 min

SK

Wenn Ihr Unternehmen SAP Commerce noch On-Premise betreibt, sollte 2026 bereits heute ein fester Meilenstein auf Ihrer Technologie-Roadmap sein.

Am 31. Juli 2026 beendet SAP die Mainstream Maintenance für SAP Commerce 2205, die letzte On-Premise-Version der Plattform. Ihr System wird zwar nicht von heute auf morgen ausfallen, erhält jedoch keine regulären Supportleistungen, Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen oder neuen Funktionen mehr.

Für viele Unternehmen ist die Migration von SAP Commerce deshalb längst nicht mehr nur ein IT-Projekt. Sie ist eine strategische Entscheidung, die sich direkt auf Sicherheit, Betriebskosten, Innovationsfähigkeit und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des digitalen Geschäfts auswirkt.

Was passiert nach dem 31. Juli 2026?

Das Ende der Mainstream Maintenance bedeutet nicht, dass Ihr Online-Shop plötzlich nicht mehr funktioniert. Ihre Kunden können weiterhin Bestellungen aufgeben, sich in ihre Konten einloggen und Ihre Teams werden das System wie gewohnt nutzen können.

Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass SAP Commerce nicht mehr aktiv weiterentwickelt und gewartet wird. Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und die Unterstützung neuer Technologien entfallen. Mit jedem Monat, in dem Sie eine nicht mehr unterstützte Version betreiben, steigen sowohl die technischen als auch die geschäftlichen Risiken.

Mit anderen Worten: SAP Commerce On-Premise verschwindet nach 2026 nicht. Die Plattform wird jedoch zunehmend schwieriger – und teurer – sicher und effizient zu betreiben.

Welche Risiken entstehen, wenn Sie bei On-Premise bleiben?

Die Migration zu SAP Commerce Cloud sollte nicht als gewöhnliches Upgrade-Projekt betrachtet werden. Sie ist eine strategische Initiative, die Auswirkungen auf Ihre Architektur, Integrationen, Sicherheit, Betriebskosten und die zukünftige Entwicklung Ihrer E-Commerce-Plattform hat.

  1. Das offensichtlichste Risiko betrifft die Sicherheit. Eine E-Commerce-Plattform verarbeitet sensible Kundendaten, Bestellungen, Preisinformationen und ist häufig direkt mit Zahlungsdienstleistern sowie ERP-Systemen verbunden. Ohne regelmäßige Sicherheitsupdates bleiben bekannte Schwachstellen ungepatcht.

Nach dem Ende des Supports gilt:

  • Sicherheitslücken werden von SAP nicht mehr behoben,
  • bekannte Schwachstellen sind öffentlich dokumentiert,
  • sie können gezielt von Angreifern ausgenutzt werden.

Systemen. Der Betrieb einer nicht mehr unterstützten Plattform kann Sicherheits- und Compliance-Audits erschweren und den Nachweis erschweren, dass Ihr Unternehmen angemessene Maßnahmen zum Schutz von Kunden- und Unternehmensdaten ergreift.

E-Commerce-Lösung für den B2B-Sektor

SAP Commerce Cloud

  1. Auf den ersten Blick erscheint der Weiterbetrieb einer On-Premise-Lösung oft als kostengünstigere Alternative – insbesondere dann, wenn Infrastruktur, Prozesse und internes Know-how bereits vorhanden sind. In der Praxis steigen die Kosten jedoch häufig kontinuierlich. Anstatt von den Standardfunktionen der Plattform zu profitieren, müssen Unternehmen mit folgenden Herausforderungen rechnen:

  • zunehmender Individualentwicklung,
  • einer stärkeren Abhängigkeit von erfahrenen SAP-Commerce-Spezialisten,
  • höheren Kosten für Infrastruktur und Monitoring,
  • wachsendem Aufwand für Probleme, die moderne Plattformen bereits standardmäßig lösen.
  1. Ein weiteres wesentliches Risiko ist eine zunehmend veraltete Architektur sowie die sinkende Kompatibilität mit modernen Technologien. Eine E-Commerce-Plattform arbeitet heute nicht isoliert. Sie ist mit ERP-Systemen, Zahlungsdienstleistern, CRM-, PIM- und Marketing-Systemen sowie zahlreichen weiteren Services verbunden.

    Während sich all diese Systeme kontinuierlich weiterentwickeln, bleibt Ihre SAP-Commerce-Installation auf ihrem aktuellen Stand. Mit der Zeit kann es dazu kommen, dass:

  • neue ERP-Konnektoren nicht mehr kompatibel sind,
  • Zahlungsdienstleister ältere SDKs oder Sicherheitsstandards nicht länger unterstützen,
  • Marketing-Automation-Plattformen neuere APIs voraussetzen,
  • aktuelle Versionen von Java oder Spring nicht mehr mit Ihrer Umgebung kompatibel sind.

Die Folge: Statt Integrationen einfach umzusetzen, müssen Workarounds entwickelt, veraltete Bibliotheken gepflegt oder individuelle Lösungen erstellt werden, um bestehende Funktionen weiterhin betreiben zu können.

Was können Sie bereits heute tun?

Prüfen Sie dabei insbesondere:

  • welche SAP-Commerce-Version im Einsatz ist,
  • den Umfang individueller Anpassungen,
  • geschäftskritische Integrationen,
  • vorhandene technische Schulden,
  • aktuelle betriebliche Schwachstellen,
  • Kosten für Infrastruktur, Support und Wartung.

 

Auf Basis dieser Analyse lässt sich beurteilen, ob eine Migration auf SAP Commerce Cloud der richtige Weg ist oder ob eine umfassendere Modernisierung Ihrer E-Commerce-Architektur langfristig den größeren Mehrwert bietet.

Ebenso wichtig ist eine realistische Zeitplanung. Bei Enterprise-Projekten nehmen Analyse, Lösungsarchitektur, Migration, Tests und die Stabilisierung nach dem Go-live in der Regel 12 bis 18 Monate in Anspruch.

Benötigen Sie Unterstützung beim Einstieg?

Wenn Sie nicht sicher sind, wo Sie beginnen sollen, unterstützen wir Sie gerne.

Book a Free Consultation

Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen Ihre bestehende SAP-Commerce-Landschaft, identifizieren technische und geschäftliche Risiken und entwickeln eine Migrationsstrategie, die zu Ihren langfristigen Unternehmenszielen passt.

Im nächsten Artikel zeigen wir Ihnen, welche Optionen Unternehmen nach dem Ende des Supports für SAP Commerce On-Premise haben – und wie Sie die passende Strategie für Ihr Unternehmen auswählen.

Bild von Maja Bosák Vasiľová
Maja Bosák Vasiľová
Head of Marketing @Cassovia Code

Weitere Artikel